Alle Jahre wieder

merkt man spätestens daran, wenn sich die Parkplätze vor den Geschäften füllen und mit dem Einstieg ins Gefährt zum Ort des Geschehens das Gehirn ausgeschaltet wird.

Da ist man wirklich froh, den Sommer und die Sonnenstrahlen unversehrt überstanden zu haben. Wird die Uhr umgestellt legt sich automatisch in den Köpfen der Menschen ein Schalter um. Hirn ohne Funktion. Es wird Weihnachten – wir kämpfen um Parkplätze – bis aufs Blut…

Im Gegensatz zu vielen weiblichen Genossinnen habe ich nicht so das Shopping-Gen. Manchmal leider. Mein jugendlicher Mitbewohner ist da zwar teilweise anderer Meinung, betrifft aber eigentlich maximal das jagen in Drogerien. Ansonsten ist es ein abchecken – was hängt wo – gibt’s was interessantes, farben-schnitttechnisch – nein – zack bin ich draußen. Da kann der Besuch eines Ladens durchaus mal bei einer Minute liegen.
Trifft allerdings Variante Ja zu (also es gibt interessante Sachen) – geht euch schon mal einen Ernuss-Schokoriegel kaufen. Oder zwei.

Aber wie gesagt, kommt selten vor. Vielleicht 1 – 2 mal im Jahr. Also dass es wirklich mal wieder länger dauert. Wofür auch?!? Ich finde nichts daran, stundenlang durch schlecht klimatisierte Einkaufsräume zu marschieren, angerempelt zu werden, mir die ganzen Stoffe usw. anzusehen und anzufassen.
Ich weiß mittlerweile, was ich kleidungstechnisch mag. Anprobieren – vor Ort – Nein danke. Und manchmal hab ich echte Glückstage und die Klamotten passen.

Also, ich nix Shopping-Queen. Hoch lebe das Internet. Und ja, ich weiß, örtliche Händler bla bla… Leider habe ich das Problem, dass der örtliche Händler oft kein großes Interesse an dem örtlichen Kunden hat. So geschehen in einem Lädchen für Taschen. Habe vor einigen Wochen eine kleine süße Tasche gesucht, farblich harmonierend mit meinem neu erworbenen Dirndl. Klar, ich war sehr früh, Dirndltechnisch wie auch von der Uhrzeit. Es war tatsächlich schon 18:30 Uhr. Sorry, aber ich musste vorher arbeiten. Und veranstaltungstechnisch ließ mir langsam die Zeit weg. (ich habs heut aber mit meinem technisch…).

Ich also rein. Gehe auf die Verkäuferin zu, und frage nett und höflich, wie ich bin – hust hust – nach eben meinem Wunschmodel. Damit sie sich die Farben des Trachtenkleidchens vorstellen konnte, hab ich ihr ein Bild gezeigt.
Die erste Tasche, die sie genervt zeigte, hatte etwa Koffergröße. Farblich zwar harmonieren, weil schwarz halt zu allem passt. Irgendwie. Nur die Größe. Manchmal ist diese denn doch nicht zu unterschätzen. Das nächste Model war Typ 80er Jahre. Nicht die 1980er Vintage, sondern 80 Jahre Lebenserfahrung. Hab dann relativ frustriert aufgegeben, weil – naja, Kunde – Wünsche – sollten doch mit dem, was dann angeboten wird, passen. Wenigstens einigermaßen.

Insgesamt hab ich dann komplett aufgegeben. Was die Tasche anging.
Dekomäßig nicht. Ich bin ja nicht so das Goldmariechen. Nein, ich bevorzuge eher kühles Silber. Gerne mit Glitzersteinchen. Aber, und da bin ich dann doch recht eigen, das Kleidchen hat goldfarbene Schnürungshalterungen oder wie die Dinger heißen. Da passt dann Silberfarbenes Schmuckzeugs nicht. Nein.

Im Modeschmucklädchen selbes Spiel, also zur Verkäuferin, Bildchen gezeigt, weil ja auch wieder nicht jede Schmuckform und Art gepasst hätte. Und hey – so unfreundlich sie Tage zuvor war – an diesem Tag gings. Gut, ich war nicht sehr entscheidungsfreudig – weil – goldfarben halt. Unsicher und so. Aber letztendlich fiel nach ich glaube ca. 30 Minuten. Eine Kette, ein paar Ohrringe. Ja, ein paar und nicht ein Paar. Den Ring hab ich mir gespart, weil, zuviel ist ja auch doof.

Alles in allem fand ich die Kombi auch relativ. Und nein, Schuhe musste ich mir nicht extra kaufen, die hatte ich noch.

Zuhause stellte ich dann fest, dass ich noch eine Tasche hatte. Zwar eine Kindergartentasche für Kinder, aber farblich sowas von passend, und nicht zu groß. Hervorragend.

Und ich war froh, nicht nochmal ins Gewühle zu müssen. Frag mich eh immer, ob die Menschen alle kein Zuhause haben. Oder arbeiten müssen.

Deswegen bin ich auch so froh, dass es das Internet gibt. Und auch das Mega-Versandhaus aus von da drüben, über dem Teich. Ich hasse es, Parkplätze zu suchen. Mich mit Vollpfosten bald auf dem Parkplatz hauen zu müssen, weil diese Idioten meinen, auf ihr Vorfahrtsrecht bestehen zu müssen, obwohl man quasi schon an Ihnen vorbei ist. Und die dann meinen, fremde Autotüren aufreißen zu müssen. Das nächste Mal, sollte mir sowas nochmal passieren, werde ich auch die Tür mit sowas von Wucht aufschlagen, dass Menschen, die sowas vorhaben, nicht mehr zum Türöffnen kommen. Aber hey – is ja Weihnachten. Bald. Da drehen die meisten durch. Kennen wir ja. Die Geschäfte schließen bald. Für immer. Nie mehr Geschenke. Nie mehr Essen. Panik. Verzweiflung. Hirntod. Wohin mit der Freizeit wenn nicht in Geschäften rumlungern.

Hach ja, ich liebe Weihnachten. Wenns rum ist. Alle vollgefressen in ihren Ecken liegen. Bewegungsunfähig. Bis Silvester. Dann kommen se wieder aus ihren Löchern und böllern tagelang sinnlos durch die Gegend. Eine Woche vorher, eine Woche nachher.

Und im nächsten Jahr das selbe Spiel. Alle Jahre wieder… Ick froi mir…

alessla

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