Back to Nature oder doch lieber zu den Roots

Ich, die schon über 20 Jahre ihre Haare färbt, angefangen mit einem karottigen Orangerot, eine Flüssigtönung, welche angeblich auswaschbar sein sollte, überlegt(e?), back to nature – zurück zur Naturhaarfarbe.

Ich glaube, ich hab das erste mal mit 14 an meinen Haaren gefuhrwerkelt. Ich meine mich zu erinnern, dass es meiner Mutter nicht so ganz passte, ich fands totschick. Jedenfalls bis ich feststellte, dass es sich eben nicht so leicht aus meinen Haaren waschen lässt wie auf der Packung angegeben war. Aber meine Haare hatten schon immer einen eigenen Kopf. Die etwas älteren unter uns erinnern sich auch noch an die Zeit, als alle Mädels (und teilweise auch die Jungs) Dauerwellen auf dem Kopf hatten. “Mama – bitte – ich bin auch nie mehr unartig” – so ungefähr muss ich meine Mutter tagelang genervt haben, bis sie mich zum Frisör gefahren hat. Ich hab aber auch fies-glattes Haar. Und so Locken – Wow… Naja, 4 Stunden später und einem kaum noch vorhandenen Lungenvolumen war das Werk dann ja auch vollbracht. Ich sah so – ähm – ja, ich sah aus wie ein Pudel. Viele kleine Kringellocken. Auf meinem Kopf. In Blond. Sah schon sehr anders aus wie in meinen kühnsten Vorstellungen. Alle hatten so tolle Locken. Oder Wellen. Wie Baby – aus Dirty Dancing. Und ich sah aus wie ein Pudel. Wie gesagt – meine Haare halt. Insgesamt dauerte dieser Zustand aber nicht lange, nach zwei Wochen war von der Dauerwelle nichts mehr zu sehen. Ich hab die Zotteln vom Herrn Vater geerbt. Verdammt viele. Und bis heute gibt es Tage, da mag ich die nicht leiden. Weil die so runterhängen. Weil die so schwer sind und kaum eine Frisur hält. Lasse ich den Pony rauswachsen, siehts meiner Meinung nach dämlich aus, wenn ich die nervenden und störenden Haare hinters Ohr klemme. Lass ich den Pony (nach)schneiden nerven mich die Franzeln im Gesicht. Also egal wie, eine Frisur ist das auf meinem Kopf fast nie. Offen trage ich sie auch ungerne, weil die ständig durch die Gegend fliegen und sich verknoten. Also meist irgendwie zusammengeknuddelt.

Zu Gute halten muss ich meinen Haaren aber, dass sie mich noch nie wirklich im Stich gelassen haben, während wilder Färbeaktionen. Gut, danach waren sie schon etwas beleidigt und miesepetrig, aber sie haben sich nie vom Acker gemacht. Sie haben mir nie den chemischen Kurzhaarschnitt angetan. Beim letzten Mal, vor einem Jahr, wurde erst von Blond auf Rot gefärbt. So ein dunkles, wunderschönes Rot. Beim Frisör. Weil ich dachte, da sollte ein Frisör ran. Im ersten Laden, so einem Fließbandladen, wollte die junge Frau mit einem (!) (1 Stück) Färbepäckchen an die Haare. Überschulterlanges Haar. Eine Menge überschulterlanges Haar. Ich benötige ja mittlerweile wieder fast 4 Packungen aus der Drogerie, um eine Komplettfärbung durchzuführen. Ich habe mich dankend verabschiedet, in einen anderen Laden. Ich hab keinen festen Frisör. Im nächsten war genug Farbe da – fünf Pakete hat sie draufgeklatscht. Die Farbe war ein Traum. Leider hielt der Traum nur 3 Wochen. Dann fing ich an zu blondieren. Nicht, weil es mir nicht gefallen hätte. Nach zweimal Waschen war ich quasi rosafarben auf dem Kopf. Also direkt nachgefärbt. Aber das nachfärben und das Ausbluten des Rotes haben mich nach einigen Tagen schon so angenervt, dass ich da schon keine Lust mehr hatte. Ich glaube nicht, dass das kurze rote Zwischenspiel an der Leistung des Frisörs lag – ich denke handwerklich war da alles richtig. Rot wäscht sich halt recht schnell raus, nur mit dieser Geschwindigkeit hatte ich einfach nicht gerechnet.

Also im Internet nachgelesen, wie man am schonendsten (haha) zurück zu blond kommt. Von einer Schere war die Rede, vom rauswachsen lassen, mehrmaliges blondieren. Logischerweise hab ich mich für das blondieren entschieden. Das war natürlich nicht mehr als schonend angepriesen, aber nu – no risk – no fun, bzw. nicht blond. Ich habe zweimal blondiert, und dann im wöchentlichen Rhythmus gefärbt. Ich gestehe, in der ersten Woche war es auch mehr. Immer schön aschig, damit der Orangestich rausgezogen wird. Und ja, nach gut 4 Wochen wars auch soweit ok. Soweit, weil ich mich nach dem einen Färben nicht mehr getraut habe, Chemie in irgendeiner Art und Weise an meine Haare zu lassen. Sie haben sich so gummiartig angefühlt, so als würden sie sich jeden Moment auflösen.

Das ganze ist jetzt ein Jahr her. Ich bin blond, gefärbt. Naja, auf der Packung steht Tönungswäsche. Ich rede mir ein, dass diese etwas schonender zum Haar wären. Und ich färbe nicht mehr so oft. Zuletzt kurz vor Weihnachten. Mein Ansatz ist auch dementsprechend, aber eigentlich wollte ich sogar die Naturfarbe, ein Straßenköterblond, rauswachsen lassen. Ich muss gestehen, der Naturansatz – er fühlt sich so gut an, so weich – so gesund. Aber wie gesagt: wollte. Weil – ich bin halt schon älter. Und ich hab die Haare von meinem Papa geerbt. Und nun musste ich vor etwa 4 – 5 Monaten feststellen (da hab ich auch gerade den damaligen 5 cm Ansatz begutachtet), dass da nicht besonders hellblonde Haare aus der Kopfhaut schießen, nein, graue. Oder weiße. Und ja – ich war erstmal geschockt. Damit habe ich (noch) nicht wirklich gerechnet.

Haarfarbe hab ich hier stehen, in ausreichender Menge. Ich möchte eigentlich aber noch gar nicht färben, sondern das angenehme Haargefühl der ersten 4 cm noch ein bisschen genießen. Vielleicht mach ich mir auch nur ein paar Strähnchen. Oder warte einfach, wie sich der Ansatz in den nächsten Monaten, also im Sommer, so entwickelt und ob das weiße Haar extrem auffällt. Mir persönlich fällts bei jedem Blick in den Spiegel auf, liegt aber wohl auch daran, dass ich vermehrt darauf achte. Mal sehen – wenn ich färbe, fühl ich mich wohler – wenn ich färbe, ärger ich mich… das übliche halt – mit meinen Haaren.

alessla

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